Lifestyle
Nov 6, 20207 Minute/n Lesedauer

Mode und Shopping in der Zukunft – Upcycling Designerin Paolina Russo im Interview

von Giulia Ricci

Wie werden wir in einer bargeldlosen Zukunft einkaufen und bezahlen? Was werden wir dabei tragen? Wie lassen sich Technik und Mode vereinen? Wie werden wir mit Umwelt und Ressourcen umgehen? Diese Fragen liegen unserer kürzlich lancierten Capsule Kollektion mit der gehypten Upcycling Designerin Paolina Russo zugrunde.

Entstanden ist so eine Kollektion mit sechs Hybriden aus einem Bolero und einem Handschuh mit integriertem Klarna Card Pocket über dem Handbereich. So ist eine Zahlung mit der Klarna Card mit einer Geste möglich, ganz im Sinne der zukünftigen „Cashless Society“, die weder Geldbeutel noch Tasche benötigt.

Zum Launch der Kollektion haben wir Paolina Russo ein paar Fragen zu sich, ihrem Label und natürlich dem Entstehungsprozess der Klarna x Paolina Russo Kollektion gestellt.

1. Paulina, wie bist du zu deiner Kunst und zu deinem Label gekommen?
Ich bin in Kanada in einer Vorstadt-Umgebung aufgewachsen. Mein Leben als Jugendliche war geprägt von Mannschaftssport, Kunst-AGs nach der Schule, Einkaufszentren und Skate-Anlagen. All das spielt eine sehr große Rolle in meinen Designs und ist meine größte Inspirationsquelle. Aber erst als ich nach London zog und dort Mode studierte, konnte ich die Verbindung zwischen all diesen Einflüssen herstellen und meinen Stil als Designerin finden.

2. Wie gehst du vor, wenn du etwas entwirfst – was kommt zuerst, die Idee oder das Material?
Ich war schon lange, bevor ich mich mit Mode beschäftigte, fasziniert von Farben und Texturen. Bis ich Kanada verließ, hatte ich keine Ahnung, dass Modedesigner*in überhaupt ein Beruf ist! Das habe ich erst verstanden, als ich nach London kam. Meine Liebe zu Farben und Texturen führte dazu, dass ich am Central Saint Martins College of Art and Design in London Modedesign studierte, mit einer Spezialisierung auf Strickware. Ab diesem Zeitpunkt begann ich damit „Optical Textiles“ zu entwickeln und neonfarbene, sportliche Kreationen zu entwerfen, die zum Erkennungszeichen meines Labels wurden.

3. Wie schwer war es, dein eigenes Label zu gründen?
Bei der Gründung meines eigenen Labels gab es Höhen und Tiefen. Hinter jedem Erfolg in meiner Karriere verbergen sich viel Fleiß und viele Tage, an denen ich bis spät in die Nacht hart gearbeitet habe. Mein Ziel war es immer, die Geschwindigkeit des Wachstums meines Unternehmens selbst zu bestimmen und mit meiner Arbeit meine eigene Vorstellung von Erfolg vorzugeben.

4. Wie hat sich die Zusammenarbeit zwischen dir und Klarna entwickelt?
Im Rahmen der Zusammenarbeit habe ich mich mit dem Klarna-Team mit dem Konzept des futuristischen Einkaufens und Bezahlens beschäftigt. Es war sehr spannend, Ideen aus den Bereichen Technologie und Mode zusammenzubringen, um einem Kleidungsstück eine neue Funktionalität zu verleihen. Wir haben uns die
verschiedensten Möglichkeiten ausgedacht, wie die Klarna Card in ein Kleidungsstück integriert werden kann, sodass Träger*innen sie immer und überall griffbereit haben.

5. Was war die Idee hinter deinen Klarna-Designs?
Ich wollte ein Kleidungsstück entwerfen, dass die Klarna Card so integriert, dass ein reibungsloser Bezahlvorgang möglich ist. Das Ergebnis ist ein Hybrid aus Bolero und Handschuh, mit einem Fach für die Klarna Card auf der Oberseite. Durch die Integration des Kartenfachs kann die Karte mitgeführt und genutzt werden, ohne eine Tasche oder einen Geldbeutel dabei haben zu müssen. Ich finde das Konzept großartig: Man kann beim Shopping mit einer einfachen Bewegung des Handschuhs über ein Kartenlesegerät bezahlen, ohne etwas anfassen zu müssen. Das hat etwas sehr Futuristisches an sich, aber wirkt auch fast wie Zauberei.

6. Wie sieht die Zukunft von Shopping aus? Wie sollte sie deiner Meinung nach aussehen?
Für mich wird die Zukunft von Shopping von bewussten Kaufentscheidungen geprägt. Ich glaube es ist wichtig, den Fokus auf qualitativ hochwertige Kleidungsstücke zu legen, die lange Bestandteil der Garderobe sein können. Ich zahle lieber einen höheren Preis für einen hochwertigen Rock aus wunderschönem Stoff, als fünf Röcke mittelmäßiger Qualität zu kaufen, die günstiger sind. Mir ist es wichtiger, eine kleinere Kollektion besonderer Kleidungsstücke in meinem Schrank zu haben und ich möchte sicherstellen, dass ich Kleidung kaufe, die für die Ewigkeit ist.

7. Wie wird sich die Modebranche entwickeln und welche Rolle spielt sie bei Verbraucher*innen und in der Gesellschaft?
Ich bin der Meinung, dass die Modebranche kleinere Kollektionen produzieren sollte. Wir produzieren weit mehr als die Menschen kaufen können. Ich glaube außerdem, dass die Verbindung zwischen Verbraucher*innen und denen, die ihre Kleidung fertigen, verloren gegangen ist. Die Menschheit hat vergessen, dass hinter jedem Kleidungsstück auch reale Personen stehen. Und diese Tatsache ist eigentlich etwas Besonderes und sollte hervorgehoben werden. Als kleine Marke plane ich Kollektionen zu kreieren, die jedes Jahr nur aus einer Handvoll von Designs bestehen und die vor Ort, also im Vereinigten Königreich und in Europa, produziert werden. Ich möchte die Schneider*innen und die Kunsthandwerker*innen kennenlernen, die an der Fertigung meiner Kleidungsstücke beteiligt sind – und hoffentlich auch eine Verbindung herstellen zwischen denen, die meine Designs kaufen und denen, die sie anfertigen.

8. Wie sieht Mode in der Zukunft aus?
Meiner Ansicht nach steht zukünftig Handwerkskunst mehr im Mittelpunkt. Obwohl Technologie eine große Rolle in der Massenproduktion von Mode spielen wird, sollten wir uns als Branche wieder auf das Handwerk und auf einheimische Kunsthandwerker*innen besinnen – ihre Fertigkeiten können nicht repliziert werden. Ich glaube, die Zukunft der Mode wird mehr von Menschen geprägt sein.

9. Welchen Zweck wird Mode für Verbraucher*innen in der Zukunft erfüllen?
Mode ist unser Selbstausdruck, den wir am Körper tragen. Ich glaube, dass Mode heute mehr denn je jedes Nischenpublikum ansprechen kann. Es gibt eine globale Bühne für ein ganzes Spektrum an Designs. Für jeden Menschen gibt es Produkte, die seinem Stil sowie Preissegment entsprechen. Wir haben zudem Zugang zu Second-Hand- und Vintage-Plattformen, was uns endlose Möglichkeiten gibt, unsere Garderoben und unseren Stil weiterzuentwickeln. Das ist sehr aufregend.

10. Welche Tipps hast du, um Upcycling ganz einfach in jeden Alltagslook zu integrieren? Was wäre der erste Schritt, um mit Upcycling anzufangen?
Upcycling kann in unseren eigenen Kleiderschränken beginnen, indem wir mit den Sachen arbeiten, die wir nicht mehr wirklich tragen wollen. Diese können ausgebessert werden oder individualisiert, um wieder tragbar zu werden. Wie die meisten Dinge erfordert auch Kleidung Maßnahmen zur Instandhaltung. Wenn wir also gelegentlich Knöpfe fester annähen oder unsere Kleidungsstücke zum Ausbessern in eine Schneiderei vor Ort bringen, verlängern wir ihre Lebenszeit. Vielleicht gibt es da Kleidungsstücke in unserem Schrank, die wir einfach nicht mehr haben wollen. Bevor ich diese zur Kleidersammlung bringe, schaue ich, ob die Stoffe sich vielleicht für DIY-Projekte eignen, oder ob Freund*innen oder Familienmitglieder dafür Verwendung haben.

Vielen Dank

Ihr wollt noch mehr von Paolina und der Kollektion erfahren? Dann schaut direkt auf unserem Vintage Campaign Hub vorbei. Hier findet ihr weitere Infos sowie die Teilnahmebedingungen unseres Gewinnspiels, um eines der besonderen Glove-Unikate zu gewinnen. Außerdem haben wir euch Videos unserer Squadinfluencer*innen Enlil, Dilan und Marie zusammengestellt, die euch auf Shoppingtour durch ihre liebsten Vintagestores mitnehmen.