Austria
Jul 20, 2021

86,50 € – Österreicher*innen haben fast 40% weniger Bargeld im Portemonnaie als 2020

Wien, den 20. Juli 2021 – Wie stehen die Österreicher*innen nach einem Jahr Pandemie zum Bargeld? In der zweiten Auflage des Cash Index ist Klarna, einer der weltweit führenden Zahlungs- und Shopping-Anbieter, dieser Frage im Rahmen einer österreichweiten, repräsentativen Umfrage nachgegangen. Die Ergebnisse zeigen: Ein Jahr nach der Pandemie tragen die Menschen weniger Bargeld bei sich als im Vorjahr. Außerdem sind erneut klare regionale Unterschiede und ein eindeutiger Alterseffekt zu erkennen.

  • 86,50 € trägt jede*r Österreicher*in im Durchschnitt bei sich. 2020 waren es noch 120,35 €
  • Bargeld ist nach wie vor eine Frage des Alters: Je älter die Befragten sind, desto mehr Bargeld befindet sich in den Portemonnaies. Junge Menschen verzichten zunehmend auf das Mitführen von großen Bargeldbeträge
  • Bürger*innen aus Salzburg sind bundesweiter Vorreiter in Sachen ‘Cashless Society’ und führen das Ranking der Bundesländer mit 55€ im Durchschnitt dieses Jahr an
  • Das meiste Bargeld tragen Burgenländer*innen (101€), Wiener*innen (100€) und Niederösterreicher*innen (92€) mit sich
  • 12% der Befragten verzichten auf Bargeld im Einzelhandel
Die Pandemie beflügelt den Verzicht auf Bargeld

Zentraler Gegenstand der von Klarna in Auftrag gegebenen Studie war die Frage, wie viel Bargeld die Teilnehmer*innen im Moment der Befragung bei sich trugen. Während es im vergangenen Jahr durchschnittlich noch 120,35€ waren, ist der Betrag dieses Jahr um knapp 34€ auf 86,50€ gesunken. Das entspricht einem Rückgang von 39,1 %. Es kann also vermutet werden, dass der allgemeine Trend zur kontaktlosen Zahlung durch die Corona-Pandemie nochmals beschleunigt wurde. Ein pandemiebedingter Rückgang der Kaufkraft kann nicht die Folge des Rückgangs an Bargeld sein. Laut einer

GfK-Studie soll die Kaufkraftsumme in Österreich 2021 rund 215,7 Milliarden Euro betragen. Damit werde, ebenso wie bei der durchschnittlichen Kaufkraft je Einwohner, der Einbruch durch die Corona-Krise im Jahr 2020 wieder kompensiert.

Unterschiede bei Geschlecht und Alter: Frauen und junge Menschen führen weniger Bargeld mit sich

Betrachtet man die Unterschiede zwischen Männern und Frauen, liegen auch in diesem Jahr die Männer mit einer Summe von 105€ (2020: 165€) vor den Frauen, die durchschnittlich 69€ im Portemonnaie haben (2020: 79€). 

Deutliche Unterschiede lassen sich vor allem mit Blick auf das Alter erkennen. Während junge Menschen (18-24 Jahre: 48 €) wenig Geld im Alltag mit sich führen, nimmt die Summe im Geldbeutel mit dem Alter zu. Die Gruppe der über 55-Jährigen trägt mit 100€ das meiste Bargeld und mehr als doppelt so viel wie die jüngeren Befragten mit sich. Aber auch hier ist eine Abnahme des Bargeldbestands zu erkennen. Im letzten Jahr gab diese Altersgruppe im Schnitt noch 120 € an.

Die Salzburger*innen führen das Ranking der Bundesländer auf dem Weg zur ‘Cashless Society’ an

Auch in diesem Jahr ließen sich eindeutige Unterschiede zwischen den Bundesländern erkennen, was die Summe an Bargeld im Portemonnaie betrifft. Während 2020 noch Tirol mit 64 € das Land mit dem geringsten Bargeldaufkommen war, haben die Salzburger*innen sie dieses Jahr überholt: sie tragen im Durchschnitt nur 55€ (2020: 132€) mit sich. Danach folgen Oberösterreich (2021: 73€; 2020: 156€) und Kärnten (2021: 76€; 2020: 207€). Das meiste Geld führen dieses Jahr die Burgenländer*innen mit 101€ (2020: 74€) mit sich, gefolgt von Wien (2021: 100€; 2020: 110€), Niederösterreich (2021: 92€; 2020: 110€), Steiermark (2021: 91€; 2020: 113€), Tirol (2021: 87€; 2020: 64€) und Vorarlberg (2020: 81€; 2021: 107€). 

Alternative Bezahlmethoden auf dem Vormarsch: 12% der Österreicher*innen verzichten gänzlich auf Bargeld im Einzelhandel

Auch wenn die Österreicher*innen ihr Bargeld lieben, so erfreuen sich alternative Bezahlmethoden, wie die Bezahlung mit Karte, Smartphone oder gar Smartwatch steigender Beliebtheit. Bereits 12 % der Befragten geben an, gänzlich auf Bargeld beim Einkauf im Einzelhandel zu verzichten. Und der Einfluss des Alters auf das Bezahlverhalten zeigt sich auch hier: Während 9-10 der letzten Einkäufe von nur 11% der 18-24-Jährigen mit Bargeld bezahlt wurden, sind es bei den Befragten über 55 Jahren 19%, bei den 45-54-Jährigen sogar 23%. Spannend ist jedoch, dass die Anzahl der Verbraucher*innen, die im Einzelhandel auf Bargeld verzichten, bei den 55-Jährigen mit 15% fast doppelt so hoch ist, wie die der 18-24-Jährigen (8%). Dementsprechend scheinen auch die älteren Generationen die Vorteile von bargeldlosen Bezahlmethoden stärker nutzen zu wollen und sich zu digitalisieren. 

Lockdown-Effekt: Der Gang zum Geldautomat nimmt ab

Wer bar bezahlen will, ist auf einen der knapp 13.000 Geldautomaten in Österreich angewiesen. Neben dem Aufkommen alternativer Bezahlmethoden und dem Trend zur ‘Cashless Society' sind viele Verbraucher*innen vor allem in Pandemie-Zeiten besorgt sich bei der Bedienung eines Automatens und dem Gebrauch von Bargeld anzustecken. Nur 6% treten täglich (1%) oder mehrmals pro Woche (5%) den Weg zum Geldautomaten an. Knapp die Hälfte der Befragten hebt nur einmal im Monat (27%) oder weniger als einmal im Monat (17%) Geld ab. 4% der Befragten verzichten komplett auf die Bargeldentnahme und zahlen dementsprechend ausschließlich kontaktlos. 

Ältere Generationen greifen auch schon bei Kleinbeträgen zu Karte oder Smartphone

In der Studie wurde auch untersucht, ab welchem Betrag Verbraucher*innen in Österreich die Bezahlung mit bargeldlosen Methoden, wie Karte, Smartphone oder Smartwatch bevorzugen. Dabei lässt sich erkennen, dass tendenziell größere Beträge über 20 Euro lieber kontaktlos bezahlt werden. Vergleicht man die Ergebnisse aus dem letztem Jahr mit diesem Jahr, lässt sich erkennen, dass die Wahl von bargeldlosen Bezahllösungen aber auch schon bei Kleinbeträgen, wie z. B. bei null bis fünf Euro zugenommen hat (2020: 11%; 2021: 15%). Insbesondere junge Menschen setzen bei geringen Beträgen vermehrt auf alternative Bezahlmethoden. Fast ein Drittel nutzt bei Beträgen von null bis fünf Euro (13%) sowie sechs bis zehn Euro (17%) eine kontaktlose Bezahlmethode. Aber auch ältere Generationen greifen bei Münzbeträgen immer öfter zu Alternativen zum Bargeld. Mit 17% sind die über 55-Jährigen sogar die größte Gruppe der Befragten, die bei null bis fünf Euro zu der Karte oder dem Smartphone greift. 

Bargeld spielt im internationalen Vergleich für die Verbraucher*innen in Österreich nach wie vor eine große Rolle. Allerdings scheint die Pandemie die Beziehung der Österreicher*innnen zum Bargeld verändert zu haben. Kontaktlose Bezahllösungen, wie die Kartenzahlung oder die Nutzung von Smartphone oder Smartwatch haben in den letzten Monaten einen deutlichen Schub erfahren. Vor allem junge Menschen treiben diesen “Kulturwandel des Geldes” voran, indem sie auf verstärkt auf alternative Bezahlmethoden setzen und auf Bargeld im Alltag verzichten. Händler*innen sollten diese Veränderung im Einkaufs- und Bezahlverhalten antizipieren und der Erwartung ihrer Kund*innen nach modernen und digitalen Bezahllösungen nachkommen”, erklärt Thomas Vagner, Country Manager DACH, Klarna. 

Global betrachtet, ist Österreich in Sachen Bargeld gemeinsam mit Deutschland immer noch Spitzenreiter, wie die jüngst veröffentlichten Studienergebnisse des Klarna Money Management Report zeigen. Langfristig ist hier jedoch, insbesondere angestoßen durch die Corona-Pandemie, ein Wandel und eine stärkere Adaption von alternativen Bezahllösungen zu erwarten.  

Zur Methodik der Studie

Das Meinungsforschungsunternehmen YouGov hat im Rahmen einer repräsentativen Online Befragung im Mai mehr als 2.000 Personen in ganz Österreich zu ihrem Umgang und ihrer Einstellung zu Finanzen befragt. Die Befragung deckte alle 9 Bundesländer ab, richtete sich zu gleichen Teilen an Männer und Frauen und erreichte Personen im Alter von 18 bis 55 Jahren und älter. Extremwerte wurden bei der Auswertung der Ergebnisse nicht berücksichtigt.

Über Klarna

Klarna ist einer der weltweit führenden Zahlungs- und Shopping-Services und eine lizenzierte Bank, die das Einkaufserlebnis für Käuferinnen und Händler grundlegend verändert. Das Unternehmen, das 2005 in Schweden gegründet wurde, ermöglicht Verbraucherinnen schnell, einfach und sicher offene Zahlungen sofort, später oder in Raten zu begleichen. Klarna arbeitet mit über 250.000 Händlern wie H&M, Samsung, Nike, Kastner & Öhler, Humanic und Refurbed zusammen und beschäftigt aktuell über 4.000 Mitarbeiter*innen in 17 Ländern. Im Jahr 2014 übernahm Klarna die Sofort GmbH; im Jahr 2017 erfolgte dann die Akquisition der Billpay GmbH. Klarna steht auf Platz fünf der CNBC-Disruptor 50-Liste für 2020 und ist mit einer Bewertung von 45,6 Milliarden US-Dollar eines der am höchsten bewerteten nicht börsennotierten FinTechs in in der Welt. Zu den Investoren des Unternehmens gehören u.a. Silver Lake, Sequoia Capital, Bestseller Group, Atomico, VISA, Ant Group und Permira. Weitere Informationen finden Sie unter www.klarna.de

Ansprechpartner

David Zahn

Communications DACH

david.zahn@klarna.com