Nov 25, 202210 Minute/n Lesedauer

Wie wir einen neuen Standard für die Finanzbranche setzen

Klarna K logo.

von Dominic Hoffmann

Es gab eine Zeit, in der sich Einzelhändler und Verbraucher*innen nicht vertrauten. Online-Handel war eine mühsame Angelegenheit.

Wir haben Klarna gegründet, um diese Vertrauenslücke zu schließen. Wir übernehmen das volle Risiko in beide Richtungen. Wenn sich Verbraucher*innen für Klarna entscheiden, bezahlen wir den Händler im Voraus und ziehen das Geld dann von den Nutzer*innen ein. Eine einfache, ziemlich alte Lösung, die wir in einen digitalen Kontext übertragen haben. Gut für die Verbraucher*innen, gut für den Online-Handel.

Doch seitdem ist Klarna gewachsen und hat sich zu sehr viel mehr entwickelt. Wir sind ein Zahlungsanbieter und bieten unseren Kund*innen die Möglichkeit, entweder sofort und in voller Höhe oder später und mit einem zins- und gebührenfreien Kredit zu bezahlen.

Wir sind eine lizenzierte Bank und helfen unseren Kund*innen, ihre persönlichen Finanzen zu verwalten, zum Beispiel mit einem kostenlosen Girokonto, einem hoch verzinsten Festgeldkonto, kostenlosen Unterkonten für Sparziele und einer Budgetfunktion, mit der unsere Nutzer*innen jederzeit nachverfolgen können, wie viel sie wann und wofür ausgegeben haben.

Auch sind wir eine Shopping-Plattform. In den USA haben wir gerade eine Funktion eingeführt, mit der unsere Kund*innen die Preise von Tausenden von Einzelhändlern vergleichen können – und die ihnen erstmals eine glaubwürdige Alternative zu den etablierten Online-Händlern wie Amazon und Google bietet.

Klarna ist ein Matchmaker: Wir bringen Kund*innen und Händler zusammen, schaffen Vertrauen und sparen beiden Seiten Zeit, Geld und Sorgen. Aus diesem Grund haben sich weltweit mehr als 450.000 Händler für eine Zusammenarbeit mit uns entschieden. Und deshalb nutzen uns global mehr als 150 Millionen aktive Kund*innen. Zu den Händlern, die uns vertrauen, gehören Marken wie H&M, IKEA und Nike.

Aber die Kreditvergabe ist mit einer großen Verantwortung verbunden – vor allem, wenn man so groß und einflussreich ist wie Klarna. Wir lieben diese Verantwortung und sehen unsere Größe und unseren Einfluss als Chance und Verpflichtung, mit gutem Beispiel voranzugehen und die Branche in eine verbraucherfreundliche Richtung zu lenken. Unser Ziel ist es, einen neuen Standard für die Finanzbranche zu setzen.

Deshalb haben wir im März unser Produktangebot stark verändert. Wir haben das Zahlungsziel für unsere Rechnungen mehr als verdoppelt, von 14 auf 30 Tage. Dadurch haben unsere Kund*innen nun mehr Zeit, um ihre Rechnungen zu bezahlen. Wir haben die Zahl der kostenlosen Zahlungserinnerungen erhöht. Dadurch erhalten unsere Kund*innen nun sechs Erinnerungen an ausstehende Rechnungen. Und wir haben den revolvierenden Kredit abgeschafft. Dadurch hat bei Klarna nun jeder Kredit ein klares und festes Enddatum.

Die Ergebnisse dieser Produktänderungen sind großartig: In Schweden, wo wir sie bereits 2021 eingeführt haben, hat sich die Zahl der Zahlungserinnerungen halbiert. Gleichzeitig ging die Zahl der Kund*innen, die sich an unseren Kundendienst wandten, um 18 Prozent zurück. Diejenigen, die sich für unseren Ratenkauf entschieden, zahlten ihre Raten rund 20 Prozent schneller ab. Als wir die Produktänderungen im Dezember 2021 mit einer kleinen Gruppe von deutschen Händlern testeten, gingen die Zahlungserinnerungen im Vergleich zum Vorjahr um rund 47 Prozent zurück.

Doch ungefähr zur selben Zeit erblickte ein neues Internet-Meme das Licht der Welt. Junge Menschen begannen, ihre Schulden in den sozialen Medien zur Schau zu stellen. Auch wenn ein großer Teil dieser Social-Media-Posts wahrscheinlich ironisch gemeint ist, halten wir dies für besorgniserregend. Denn es besteht die Gefahr, dass junge Verbraucher*innen denken, dass Schulden cool sind. Das sind sie nicht.

Wir sind der festen Überzeugung, dass Verbraucher*innen immer erst mit dem Geld einkaufen sollten, das sie haben. Viele unserer deutschen Kund*innen sehen das genauso: Im ersten Halbjahr 2022 wurden 46 Prozent unserer Käufe sofort und in voller Höhe bezahlt.

Es gibt jedoch Momente, in denen ein Kredit sinnvoll sein kann, zum Beispiel um den eigenen Cashflow besser zu managen, um durch einen Rabatt langfristig Geld zu sparen oder um sich bei einem unbekannten Händler abzusichern. In diesen Situationen bietet der zins- und gebührenfreie Rechnungskauf eine faire und nachhaltige Option. Beim Rechnungskauf vergeben wir kleine Kreditbeträge, die an einen bestimmten Einkauf gebunden sind – und führen eine strenge Kreditwürdigkeitsprüfung durch. So garantieren wir, dass wir nur denjenigen einen Kredit gewähren, die sich die Rückzahlung auch leisten können. Im ersten Halbjahr 2022 wurden 53 Prozent unserer Käufe per Rechnung abgewickelt.

Wir sind uns sicher, dass die meisten jungen Menschen die Ironie dieses neuen Internet-Memes verstehen. Schließlich zeigen unsere Daten, dass junge Menschen verantwortungsvoll mit Geld umgehen. Erst kürzlich ergab eine unserer Umfragen, dass 92 Prozent der Generation Z, also der 18- bis 25-Jährigen, Geld sparen. Im Gegensatz dazu legen nur 66 Prozent der Babyboomer im Alter zwischen 56 und 75 Jahren Geld zur Seite.

Man kann jedoch davon ausgehen, dass junge Verbraucher*innen weniger Erfahrung mit Finanzprodukten haben – und auch den Folgen, die es hat, wenn man einen Kredit nicht pünktlich bezahlt. Deshalb schicken wir allen Verbraucher*innen zwischen 18 und 25 Jahren, die zum ersten Mal eines unserer Kreditprodukte nutzen, ein Erklärvideo, das die wichtigsten Begriffe rund um die Nutzung von Kreditprodukten erläutert.

Auch haben wir unsere eigenen Daten analysiert, um zu sehen, wie junge Verbraucher*innen Klarna tatsächlich nutzen.

Dabei haben wir festgestellt, dass sich die Mahnrate der Gen Z in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich verbessert hat und im ersten Halbjahr 2022 bei 10,5 Prozent lag – nur unwesentlich höher als die Mahnrate unserer Durchschnittsnutzer*innen (9,6 Prozent). In anderen Worten: Rund 90 Prozent der Einkäufe der Gen Z werden bezahlt, ohne dass wir auch nur eine einzige Mahnung verschicken müssen.

Klarna ist schwedisch für “klar”. Transparenz ist für uns entscheidend. Deshalb werden wir auch weiterhin Zahlen veröffentlichen, die zeigen, wie unsere Kund*innen uns nutzen. Auf diese Weise wollen wir zu mehr Transparenz für unsere Verbraucher*innen, die Medien und die Öffentlichkeit beitragen.

Es ist schwer, wenn nicht gar unmöglich, ein Internet-Meme zu kontrollieren oder zu steuern. Aber in einer idealen Welt entwickelt sich daraus eine breite Diskussion über Geld und persönliche Finanzen. Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um unsere Kund*innen zu unterstützen und ihnen zu helfen, beim Einkaufen und Sparen kluge Entscheidungen zu treffen.