May 10, 20225 Minute/n Lesedauer

Von Schulden bis Bonität: Was ist dran an den Mythen über Klarna?

Klarna K logo.

von Klarna

In den Medien kursieren zahlreiche Mythen über Klarna. Mythen sind Halbwahrheiten, die viel Falsches enthalten. Aber haben wir erwähnt, dass “Klarna” das schwedische Wort für “klar” ist? Wir wollen Transparenz schaffen. Deswegen knöpfen wir uns hier die populärsten Mythen über Klarna vor und erklären, was an ihnen dran ist.

Mythos Nr. 1: Ratenkauf ist unser meistgenutztes Produkt.

Während viele Menschen Klarna und Buy Now Pay Later (BNPL) mit Ratenkauf in Verbindung bringen, ist die beliebteste Zahlungsmethode von Klarna in Deutschland der Kauf auf Rechnung. Tatsächlich wurden im deutschen Markt im letzten Jahr 49 Prozent der Zahlungen für Waren und Dienstleistungen per Rechnung getätigt (was wir als “Pay Later” bezeichnen). Auch die Sofortüberweisung (Sepa-Lastschrift oder Direktüberweisung) ist bei den deutschen Klarna-Nutzer*innen sehr beliebt: 48 Prozent der Zahlungen erfolgten sofort und in voller Höhe. Lediglich drei Prozent unserer Zahlungen wurden über einen Ratenkauf getätigt, um etwa den Kauf von teureren Artikeln über einen längeren Zeitraum auszugleichen.

Mythos Nr. 2: Wir verdienen unser Geld mit Mahngebühren.

Der Großteil unserer Einnahmen stammt von Handelspartnern, denen wir eine Gebühr dafür berechnen, dass sie ihren Kund*innen unsere Services anbieten. Manchmal kann es jedoch vorkommen, dass man vergisst, eine Rechnung rechtzeitig zu bezahlen, obwohl wir vor dem Fälligkeitsdatum Erinnerungen verschicken. In solchen Fällen erheben wir eine Mahngebühr von 1,85 EUR – der niedrigste Satz in Deutschland in der Branche – um die Verbraucher*innen davon abzuhalten, die Zahlung auf unbestimmte Zeit hinauszuschieben. Die Einnahmen aus den Mahngebühren sind aber Einnahmen, die wir nicht wollen. Unser Geschäftsmodell beruht darauf, dass die Kund*innen pünktlich zahlen, denn nur zufriedene Kund*innen kommen wieder und nutzen unsere Dienste erneut. Darauf baut unser Geschäftsmodell auf, alles andere bezeichnen wir als “negative Einnahmen”.

Vor ein paar Jahren haben wir zudem damit begonnen, unseren Mahnprozess zu verbessern, was zu hervorragenden Ergebnissen geführt hat: eine um 26 Prozent gesunkene Mahnrate (2019 bis 2021). Im März 2022 sind wir den nächsten Schritt gegangen und haben den Zahlungszyklus von 14 auf 30 Tage verlängert und mehr kostenlose Zahlungserinnerungen eingeführt – mit dem Ziel, neue Standards für faire und nachhaltige Zahlungen in der Finanzbranche zu setzen.

Mythos Nr. 3: Unser Mahnprozess ist intransparent.

Ja, wir stimmen zu: Wir müssen noch transparenter werden. Mit unserem im März 2022 eingeführten Mahnverfahren haben Kund*innen 30 Tage Zeit, ihre Rechnungen zu bezahlen. Und um das Risiko zu verringern, dass ein Kauf zum Inkasso führt, fügen wir noch mehr Zahlungserinnerungen über die App und per E-Mail für die Rechnungen hinzu, die nicht bezahlt wurden. Insgesamt erinnert Klarna die Kund*innen jetzt sechsmal per E-Mail, per Klarna App und per Post, damit es noch einfacher wird, an die Bezahlung der Rechnungen zu denken.

Mythos Nr. 4: Klarna führt keine Bonitätsprüfung durch.

Klarna ist eine regulierte Bank mit strengen Underwriting-Prozessen für alle unsere Kredit- und Zahlungsprodukte. Wenn sich Kund*innen entscheiden, Klarna zu nutzen, bezahlen wir den Händler im Voraus und ziehen das Geld im Anschluss bei den Nutzer*innen ein. Somit übernimmt Klarna das gesamte Kreditrisiko auf beiden Seiten. Aus diesem Grund können wir unsere Services nur Kund*innen anbieten, die die ausstehenden Summen problemlos zurückzahlen können, damit wir kein Geld verlieren.

Wie funktioniert das also in der Praxis? Wenn du über 18 Jahre alt bist und Klarna am Checkout eines Händlers nutzen möchtest, führen wir jedes Mal eine Prüfung der Kreditwürdigkeit durch, um sicherzustellen, dass wir nur denjenigen einen Kredit gewähren, die uns das Geld auch zurückzahlen können. Hierfür verwenden wir zum einen interne Daten und führen darüberhinaus sogenannte Softchecks mit externen Kreditauskunfteien wie der SCHUFA durch, um innerhalb von Millisekunden eine Kreditwürdigkeitsprüfung zu erstellen. Die Nutzung von Klarna ist damit keinesfalls garantiert. Kund*innen mit unzureichender Kreditwürdigkeit lehnen wir ab.

Wenn sich jemand zum ersten Mal für Klarna entscheidet, gewähren wir zunächst einen kleinen Kreditrahmen von etwa 90€. Begleichen Kund*innen ihre Rechnungen pünktlich, erhöhen wir den Kreditrahmen sukzessive. Sollten sie eine Zahlungen verpassen, schränken wir die Nutzung unserer Dienste ein, so dass es nicht möglich ist, Schulden anzuhäufen. Ein durchschnittlicher Warenkornb bei Klarna beträgt 85€. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Verschuldung der deutschen Haushalte, die Schulden haben, beträgt laut statistischem Bundesamt 29 230€. Im Gegensatz zu Kreditkartenunternehmen basiert unser Geschäftsmodell nicht auf verspäteten oder verpassten Zahlungen, sondern darauf, dass die Konsument*innen uns rechtzeitig und vollständig bezahlen.

Mythos Nr. 5: Wir treiben junge Menschen in die Überschuldung.

Wir beobachten den Trend mit Sorge, dass junge Menschen in Videos ihre Klarna-Kontostände zeigen und halten es für notwendig, eines klarzustellen: Wir haben weder ein Interesse noch einen Anreiz daran, Menschen in die Verschuldung zu treiben, unabhängig von ihrem Alter. Unsere Mission ist es, die beliebteste Einkaufsmöglichkeit der Welt zu werden. Und wenn Menschen eine schlechte Erfahrung mit Klarna machen, indem sie sich verschulden, ist es sehr unwahrscheinlich, dass sie unsere Dienste erneut in Anspruch nehmen. Deshalb denken wir ständig darüber nach, wie wir die Zahl unserer Kund*innen, die an ein Inkassounternehmen übergeben werden, noch weiter verringern können.

Indem wir die Nutzung der Klarna App noch attraktiver gemacht haben, indem wir unseren Underwriting-Prozess verbessert haben und indem wir häufigere Erinnerungen in unseren Mahnprozess integriert haben, konnten wir den Anteil der Rechnungen, die an ein Inkassounternehmen übergeben werden, in den letzten zwei Jahren um 28 Prozent senken – von 1,45 Prozent auf 1,04 Prozent. Das bedeutet, dass 98,96 Prozent der von uns in Deutschland verschickten Rechnungen im Rahmen unseres Zahlungs- und Mahnprozesses bezahlt werden. Dennoch steht hinter jeder Rechnung, die nicht gezahlt werden kann, eine verschuldete Person zu viel. Mit unseren jüngsten Produktänderungen wollen wir diesen Menschen helfen, pünktlich zu zahlen.

Wenn es um das ökonomische Verhalten unserer jüngsten Nutzer*innengruppe, der 18- bis 25-Jährigen, geht, werden diese oft als eine Gruppe mit geringem finanziellen Verantwortungsbewusstsein dargestellt. Unsere internen Daten zeigen jedoch, dass diese Gruppe sich genauso verantwortungsbewusst verhält wie unsere Durchschnittsnutzer*innen, wenn es um Mahngebühren und die rechtzeitige Bezahlung von Rechnungen geht.

Nichtsdestotrotz sehen wir uns in der Verantwortung, alle unsere Nutzer*innen über die Auswirkungen der Nutzung von Finanzprodukten aufzuklären.

Deshalb haben wir bereits verschiedene Initiativen wie den Never Forget Test gestartet. Der Test schult auf einfache Art und Weise das Wissen unserer Nutzer*innen rund um Themen wie das Mahnwesen oder das Retourenmanagement. Darüber hinaus haben wir vor Kurzem die neue Funktion des Ausgabenlimits in der Klarna App eingeführt, um sicherzustellen, dass junge Menschen nicht über ihre Verhältnisse leben. Seit Mai 2022 zeigen wir zudem allen 18- bis 25-Jährigen, die zum ersten Mal mit einem Kreditangebot von Klarna (Kauf auf Rechnung oder Ratenkauf) einkaufen, in der Klarna App und per E-Mail automatisch ein Video an, das Tipps für die verantwortungsvolle Nutzung von Kreditprodukten gibt.

Alle Initiativen sind Teil unserer weltweiten Bemühungen um Transparenz und Schutz der Kund*innen während ihres gesamten Einkaufs- und Bezahlvorgangs.